Die Wiege des französischen Weins
Die Provence ist weit mehr als Rosé — obwohl sie den besten der Welt hervorbringt. Mit 2.600 Jahren Weinbaugeschichte ist sie Frankreichs älteste Weinregion, gegründet von griechischen Siedlern im heutigen Marseille. Die Landschaft aus Lavendel, Olivenbäumen und sonnenverwöhnten Weinbergen prägt eine Weinkultur, die tief im Terroir verwurzelt ist.
Heute erzeugt die Provence etwa 6 % des gesamten französischen Weins, doch ihr kultureller Einfluss ist unverhältnismäßig groß. Der provenzalische Rosé hat sich zu einem globalen Phänomen entwickelt, das die Wahrnehmung dieser Weinkategorie grundlegend verändert hat.
Die Kunst des provenzalischen Rosé
Provence-Rosé zeichnet sich durch seine blasse Farbe aus — ein zartes Lachsrosa, das die Franzosen œil de perdrix (Rebhuhnauge) nennen. Die Methode der Direktpressung, bei der die Trauben sofort ohne lange Mazeration gepresst werden, ergibt frische, mineralische und elegante Weine.
- Côtes de Provence — Die größte Appellation mit einer Terroir-Vielfalt von der Küste bis ins gebirgige Hinterland.
- Coteaux d'Aix-en-Provence — Großzügige Weine mit Mistral-Einfluss.
- Coteaux Varois en Provence — Mehr Höhenlage, mehr Frische.
Bandol: der große Rotwein der Provence
Bandol zeigt die ernste Seite der Provence. Mourvèdre, der mindestens 50 % der Cuvée ausmachen muss, erzeugt tiefe, würzige und tanninreiche Rotweine, die 15-20 Jahre bewundernswert reifen. Domaines wie Tempier und Pradeaux sind absolute Referenzen.
Cassis und die mediterranen Weißweine
Cassis erzeugt außergewöhnliche mineralische Weißweine aus Marsanne, Clairette und Ugni Blanc — perfekte Begleiter zur Marseiller Bouillabaisse. Sie widerlegen das Vorurteil, dass das Mittelmeer keine Qualitätsweißweine hervorbringen kann.


