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Lieu-dit (Flurname)

Ein Lieu-dit ist eine nach historischen oder topografischen Bezeichnungen benannte Weinbergsparzelle, häufig ohne offizielle Klassifikation. Verbreitet im Burgund, Elsass, an der Loire und an der Rhône, bewahren Lieux-dits jahrhundertealtes Wissen über das Terroir und gelten als Vorläufer formeller Cru-Klassifikationen.

Was ist ein Lieu-Dit?

Ein Lieu-Dit ist ein katasterlicher Flurname, der eine Parzelle oder Zone mit eigenem Namen in der französischen Landschaft identifiziert. Im Weinbau bezeichnen Lieux-Dits spezifische Weinbergsparzellen mit anerkannten Eigenschaften. Anders als das burgundische Climat impliziert ein Lieu-Dit nicht zwingend einen offiziellen Status in der Qualitätshierarchie.

Lieu-Dit auf dem Etikett

Immer mehr Erzeuger geben den Lieu-Dit auf dem Etikett an, um die genaue Herkunft der Trauben hervorzuheben. Dieser Trend spiegelt das wachsende Interesse an Terroir und der Einzigartigkeit jeder Parzelle wider. Im Elsass erlaubt die Angabe des Lieu-Dit die Differenzierung von Weinen bestimmter Parzellen innerhalb oder außerhalb eines Grand Cru.

Lieu-Dit und Terroir

Die Lieux-Dits sind das geografische Gedächtnis des Weinbergs. Ihre oft mittelalterlichen Namen evozieren Geländemerkmale: Les Cailloux (die Steine), Les Argillières (die Tonböden), Clos de la Roche (die Felsumfriedung). Das Verständnis der Lieux-Dits bedeutet, in die Mikrogeografie des Weines und seine Verbindung zum Boden einzutauchen.