Die Reblausplage
Die Reblaus (Daktulosphaira vitifoliae) ist ein aus Nordamerika stammendes Insekt, das sich von den Wurzeln der europäischen Rebe (Vitis vinifera) ernährt. Um 1860 versehentlich nach Europa eingeschleppt, verwüstete sie innerhalb weniger Jahrzehnte nahezu die gesamten Weinberge des Kontinents und verursachte die größte Krise der Weinbaugeschichte.
Die Lösung durch Pfropfung
Die Rettung kam durch die Entdeckung, dass amerikanische Reben gegen das Insekt resistent sind. Die Technik der Pfropfung — das Verbinden der europäischen Sorte mit amerikanischen Wurzeln — wurde weltweit übernommen. Heute sind nahezu alle Reben gepfropft, mit wenigen Ausnahmen auf Sandböden, in denen die Reblaus nicht gedeiht.
Das Erbe der Reblaus
Die Reblaus hat den Weinbau weltweit dauerhaft verändert. Lokale Rebsorten verschwanden, ganze Regionen wurden neu organisiert und die Weinbauforschung professionalisiert. Einige Prä-Reblaus-Reben überlebten in Chile, Australien, auf den Kanarischen Inseln und in Sandböden Südfrankreichs und erzeugen Weine von besonderem historischem Interesse.