Ursprung und Geschichte
Piemonts Weinkultur wurde vom Haus Savoyen geprägt, das ab dem 18. Jahrhundert die Qualitätsvinifikation förderte. Barolo gewann im 19. Jahrhundert durch die Bemühungen von Camillo Benso, Graf von Cavour, und Marchesa Giulia Falletti seinen Ruf als „Wein der Könige". Die Barolo-Kriege der 1980er- und 90er-Jahre zwischen Modernisten und Traditionalisten trieben die Qualität auf neue Höhen, wobei beide Stile heute koexistieren.
Terroir und Klima
Die Langhe-Hügel liegen im Regenschatten der Alpen und genießen ein kontinentales Klima mit erheblicher diurnaler Temperaturschwankung. Morgennebel (nebbia, nach dem Nebbiolo benannt) bedeckt die Täler, während die Nachmittagssonne die spät knospenden, spät reifenden Trauben zur Reife bringt. Die Böden wechseln zwischen kalkhaltigem Mergel (tortonisch) in La Morra und Barolo und Sandstein (helvetisch) in Serralunga und Monforte, was dramatisch unterschiedliche Weinstile schafft.
Wichtige Appellationen
Barolo DOCG, der „König der Weine", verlangt mindestens 38 Monate Reifung (62 für Riserva) und bringt strukturierte, tanninreiche Weine mit Teer-, Rosen- und Kirsch-Aromen hervor. Barbaresco DOCG, Barolos elegantes Gegenstück, verlangt weniger Reifung und tendiert zu früherer Trinkbarkeit. Barbera d'Asti und Barbera d'Alba bieten fruchtbetonte, speisefreundliche Rotweine. Roero produziert sowohl Nebbiolo-Rotweine als auch Arneis-Weißweine. Moscato d'Asti liefert einen der weltbesten süßen Schaumweine.
Bedeutende Weine
- Giacomo Conterno Monfortino (Barolo) — traditionelle Weinbereitung auf ihrem Gipfel
- Bruno Giacosa Falletto (Barbaresco) — erhabener Nebbiolo eines legendären Produzenten
- Gaja Sori Tildin (Barbaresco) — modernistisches Piemont in seiner ambitioniertesten Form
- Vietti Ravera (Barolo) — Einzellage-Ausdrucksform von außergewöhnlicher Reinheit