Ursprung und Geschichte
Der Weinbau in der Toskana geht dem Römischen Reich voraus; etruskischer Weinbau ist bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. dokumentiert. Chianti wurde 1716 von Cosimo III. de' Medici formal als Weinregion definiert, was es zu einer der ältesten Appellationen der Welt macht. Die Super-Tuscan-Revolution der 1970er-Jahre, angeführt von Sassicaia und Tignanello, brach mit der Tradition, indem sie Cabernet Sauvignon und französische Eiche einführte und eine neue Kategorie weltklassigen italienischen Weins schuf.
Terroir und Klima
Das mediterrane Klima der Toskana sorgt für warme, trockene Sommer und milde Winter, obwohl Höhenlage und Küstenwinde signifikante Variation erzeugen. Die Hügel des Chianti Classico zwischen Florenz und Siena liegen auf 250 bis 600 Metern mit Galestro-(Kalkton-) und Alberese-(Kalkstein-)Böden. Das wärmere, tiefer gelegene Terrain von Montalcino bringt reichere, konzentriertere Weine hervor. Die Küsten-Maremma und Bolgheri profitieren von Meeresbrisen und kiesigen Böden.
Wichtige Appellationen
Chianti Classico, das historische Herzstück zwischen Florenz und Siena, produziert strukturierten Sangiovese mit Eleganz. Brunello di Montalcino verlangt 100 % Sangiovese Grosso und extended Reifung und bringt einige der lagerfähigsten Weine Italiens hervor. Vino Nobile di Montepulciano bietet eine Balance aus Qualität und Wert. Bolgheri an der Tyrrhenischen Küste ist die Heimat der Super Tuscans. Vernaccia di San Gimignano bringt unverwechselbare Weißweine hervor.
Bedeutende Weine
- Biondi-Santi Brunello Riserva — der originale Brunello, mit jahrzehntelangem Reifepotenzial
- Tenuta San Guido Sassicaia (Bolgheri) — der Super Tuscan, der alles begann
- Antinori Tignanello — Sangiovese-Cabernet-Cuvée, die den italienischen Wein neu definierte
- Fontodi Flaccianello della Pieve (Chianti Classico) — purer Sangiovese-Exzellenz